Der ultimative Guide zu

Enterprise Architektur

Was ist Enterprise Architektur? Enterprise Architektur (EA) regelt sich widersprechende Erfolgsansätze in großen Unternehmen. Indem sie abteilungs- und teamübergreifend praktische Standards einführt, schafft sie eine Verbindung zwischen IT und Business – die intelligente Nutzung gemeinsamer Ressourcen spart Zeit und Geld!
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Übersicht

Einführung in das Thema Enterprise Architektur

Das Einzige, das die Digitalisierung nicht auf magische Weise in Einklang zu bringen vermag, sind unsere individuellen Arbeitsstile. Wir erledigen Aufgaben so, wie wir es für richtig halten – manchmal gut nachvollziehbar, manchmal weniger – und nutzen dazu die uns zur Verfügung stehenden Mittel und Ressourcen.

Und das, obwohl wir auf dasselbe Ziel hinarbeiten, wie alle anderen Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens auch.

Sowohl moderne als auch traditionelle Unternehmen setzen Enterprise Architekten zur Verbesserung fehlerhafter Prozesse und Entwicklung neuer Strategien ein. Dafür verbinden sie Prozesse mit sorgsam ausgewählten Innovationen. Es ist eine strategisch und technisch anspruchsvolle Aufgabe, die die Elemente der folgenden IT-Architekturbereiche für den Einsatz im Unternehmen skaliert:

Der Unterschied zwischen Informationsarchitektur (IA) und Enterprise Architektur

Informationsarchitektur: Organisieren, Transportieren und Sichern von Daten, die zur Funktionsausführung im Kerngeschäft verwendet werden.

Informationsarchitektur + Enterprise Architektur: Wie man Daten über die offenkundigen Geschäftsfunktionen hinaus nutzen kann und dadurch deren Wert für die einzelnen Teams steigert.

Der Unterschied zwischen Technologiearchitektur (TA) und Enterprise Architektur

Technologiearchitektur: Effektive Definition einer Plattform, eines Dienstes oder einer Anwendung und den umliegenden Technologiekomponenten. Diese dient als Referenz für Entwicklungsteams.

Technologiearchitektur + Enterprise Architektur: Eine offene Bibliothek, die die Technologie-Definitionen enthält. Verbesserungen können, je nach den Bedürfnissen verschiedener Benutzergruppen, abgebildet werden.

Der Unterschied zwischen Business Architektur und Enterprise Architektur

Business Architektur: Abbildung der Beziehungen zwischen den operativen Hierarchien, Richtlinien, Funktionen und Initiativen eines Unternehmens.

Business Architektur + Enterprise Architektur: Neben der Technologie werden alle Business Capabilities beobachtet – anhand der Leistungen lassen sich Strategien in der Realität überprüfen.

Jede dieser einzigartigen Methoden dient der Unternehmensanalyse – und jede ist perfekt in die Rolle der Enterprise Architektur integriert.

Im Großen und Ganzen zeigen Enterprise Architekten, wie Technologie und Mensch in logischen Strukturen besser zusammenarbeiten können. Enterprise Architektur kann als eine Disziplin, ein Prozess und eine Sammlung von Modellen – digital oder anderweitig – definiert werden, die es den Mitarbeitern ermöglicht, den realen Zustand ihres Arbeitsbereiches einzusehen.

EA richtet somit den Blick auf autarke und verbundene Bausteine eines Unternehmens, die in ihrer Summe das gesamte Potential dessen bilden.

Die Geschichte der Enterprise Architektur

Enterprise Architektur wurde in den 1980er Jahren sehr populär, nachdem John Zachmann sein Werk "A Framework for Information Systems Architecture" veröffentlichte. Zachmann erkannte, dass Informationssysteme eine Komplexität mit sich bringen, die mit klareren Klassifizierungen und Schnittstellen vereinfacht werden müssen – eben eine Blaupause oder "Architektur" von IT-Komponenten innerhalb eines Unternehmens.

Er schlug ein Framework vor, um Folgendes zu erreichen:

  • Beginn sinnvoller Dialoge aller Beteiligten innerhalb des Informationssystems
  • Schaffung eines greifbaren Wertbeitrags durch architektonische Darstellungen
  • Bewertung operativer Tools und/oder Methoden in Bezug zueinander und
  • Optimierung dominierender Ansätze zur Erstellung von IT-Anwendungen

John Zachmann veröffentlichte 1987 eine frühe Version des heute bekannten "Zachman Framework" (siehe unten).

Zachman Framework

"A Framework for Information Systems Architecture" (1987), ein konzeptioneller Vorläufer des "Zachman Framework", wie es in Vol. 26, Nr. 3 des IBM Systems Journal erscheint.

Daten-, Prozess- und Netzwerkorientierte Perspektiven zur Messung einer Aufgabe. Alles mit Hilfe von Beschreibungen und Modellen auf Basis gesunden Menschenverstands.

Das Framework eignet sich hervorragend zur Beschreibung komplizierter Unternehmen – eher weniger, ein Unternehmen von Grund auf aufzubauen.

Die Ziele der Enterprise Architektur

Die Veröffentlichung des "Zachman Framework" war zwar ein Wendepunkt in der IT-Welt – dennoch gelang es ihm nicht,  die Verantwortlichen für die Innovationsstrategien in Unternehmen vollends zu überzeugen. Zachman hat sein Framework absichtlich nicht als eine Methode für das taktische Sammeln, Verwalten und Bereitstellen der beschriebenen Informationen positioniert, um breitere Betriebsstrategien nutzen zu können. Und das, obwohl er 1987 selbst schrieb, dass die "Entwicklung einer Geschäftsstrategie und ihre Verknüpfung mit Strategien für Informationssysteme" ein "wichtiges Thema sei, das es zu verfolgen gilt".

Erst im Zeitalter der Digitalisierung hat es sich tatsächlich gezeigt, dass die Trennung von IT und Business viele Probleme mit sich bringt. Da immer mehr Abteilungen die IT-Infrastruktur zur Lösung dynamischer geschäftlicher Herausforderungen bis an ihre Grenzen brachten – Anforderungen, die bis dahin über indirekte Kanäle und Tools übermittelt wurden – wuchs der Bedarf an einem vorausschauenden, intelligenten "Vermittler“.

Somit bekam Enterprise Architektur – die in ihrem Ursprung hauptsächlich Feinheiten moderner Arbeitsbereiche navigieren sollte – die Aufgabe, diese Probleme zu lösen. Aber was genau sind nun die Ziele von Enterprise Architektur? Es geht um die Schaffung eines ganzheitlichen Überblicks über ein Unternehmen, in dem alle Business Capabilities zusammen mit den zugrunde liegenden Technologien abgebildet werden – immer mit dem Ziel, strategische Veränderungen zu leiten, anstatt diese nur zu lenken. Und um das Ganze für verschiedene architektonische Ziele flexibel konfigurierbar zu machen.

Sehr flexibel konfigurierbar.

Die Vorteile der Enterprise Architektur

Aufgrund des neuen Aufgabenbereichs musste sich die Enterprise Architektur nach den Standards des digitalen Zeitalters neu definieren. Sobald eine Idee an einem Schreibtisch geboren wurde, wurde es zu ihrer Aufgabe, sich von der Theorie zu lösen, um so dem Unternehmen in der Praxis Vorteile zu bringen.

Die wichtigsten Vorteile der Enterprise Architektur sind:

  • Die Fähigkeit, verschiedene Informationsquellen zu erfassen, zu speichern, zu strukturieren und zu analysieren, um ungeplante oder vorhersehbare Probleme in Unternehmenslandschaften zu lösen.
  • Die Kenntnis von branchenrelevanten Technologien und die Kompetenz klar und deutlich zu zeigen, welche Wirkung eine in Betracht gezogene Lösung auf ein Unternehmen haben würde.
  • Der Einfluss, unternehmensweit agile Methoden zu implementieren, um die Produktbereitstellungen zu beschleunigen und isolierte Unternehmensgruppen zu verbinden.
  • Die Schaffung einer klaren Übersicht des Unternehmens, um datengetriebene Erkenntnisse an Führungskräfte weiterzugeben, damit diese Investitionen und Transformationsstrategien priorisieren können.
  • Die Implementierung standardisierter Prozesse, die Unternehmen nicht nur unterstützen, sich zu verbessern, sondern auch besser auf Veränderungen zu reagieren.

Frameworks und Methoden der Enterprise Architektur

Um von diesen Vorteilen zu profitieren, verlieh man der IT-Architektur mehr Relevanz. Dies führte zu einer Zunahme bestimmter Arbeitsmethoden, die meist von Konsortien, Regierungen oder prominenten Technologieunternehmen entwickelt wurden. Diese Methoden legten den Grundstein für die heutige moderne Enterprise Architektur.

Neben dem „Zachman Framework“ zählen zu den großen Frameworks:

The Open Group Architectural Framework (TOGAF)

TOGAF ist eine Methode zur Gestaltung, Umsetzung, Steuerung und Verwaltung des Unternehmensaufbaus mithilfe kontrollierter Phasen – die sogenannte "Architectural Development Method (ADM)". Diese Strategien werden seit 25 Jahren stetig optimiert.

Federal Enterprise Architecture Framework (FEAF)

Ursprünglich für die US-Regierung zur Vernetzung ihrer Bundesbehörden entworfen, hat sich FEAF als gemeinschaftliche Planungsmethodik zu einem beliebten EA-Modell für private Unternehmen entwickelt.

Gartner

Gartner, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der IT-Forschung und Marktanalysen, brachte im Laufe der Jahre im Zuge seiner Beratungstätigkeiten so viele Best Practices für Enterprise Architektur-Lösungen hervor, dass sich daraus eine eigene Methode entwickelte – diese konzentriert sich mehr auf Geschäftsergebnisse als auf abstrakte Phasen.

Tools und Software der Enterprise Architektur

Aber irgendwie konnten die bis dato entwickelten Tools oder Softwareprogramme mit den anspruchsvollen Ideen, die umgesetzt werden sollten, nicht mithalten. Excel, Visio und SharePoint – Standard-Programme, die im Wesentlichen zur Annäherung an Architekturvisionen umfunktioniert wurden – dienten viel zu lange als Werkzeuge der bildhaften Darstellung von IT- und Geschäftsentwürfen.

Das veränderte sich mit dem Konzept des Enterprise Architecture Managements – der Neuvorstellung einer zugänglicheren EA, bei der die Zuständigkeiten für die Datenzuordnung über das gesamte Unternehmen verteilt sind und über zugängliche Portale und automatisierte Darstellungen zusammengearbeitet wird.

Architekturen, die von Unternehmen befolgt, geplant und durch sehr viel Personal unterstützt wurden.

Es war eine dramatische Veränderung, die aus dem Bedürfnis entstand, Ressourcen zu maximieren und so drei Anwendungsfällen entgegenzuwirken, die digital ausgerichtete Unternehmen definieren und die nicht durch vereinzelte Anstrengungen gelöst werden konnten:

Application Portfolio Management

Ziel:

  • Reduzierung der mit Anwendungen verbundenen Kosten und Risiken, bei gleichzeitiger Erhöhung der operativen Manöverfähigkeit durch einen transparenten Überblick über ein Technologieportfolio.

Erwartete Ergebnisse:

  • Priorisierung der Anwendungen, die Investitionen benötigen – und der Anwendungen, die nicht benötigt werden.
  • Eine Übersicht der Business Capabilities und wie gut diese von den Anwendungen unterstützt werden.
  • Kenntnisse über die Entwicklung des Application Portfolios im Laufe der Zeit.

Technology & Risk Management

Ziel:

  • Nutzen des Überblicks über wichtige IT-Komponenten, um die Komplexität zu reduzieren und Sicherheitslücken, Compliance-Probleme und die Unfähigkeit, das Geschäft zu unterstützen, zu lösen.

Erwartete Ergebnisse:

  • Eine vollständige Liste der genutzten Anwendungen.
  • Eine vollständige Bewertung aller verwendeten Software-Versionen, Server und Rechenzentren.
  • Eine direkte Analyse, wie sich die Technologie auf das Unternehmen auswirkt.

Zielarchitektur

Ziel:

  • Definition des aktuellen Stands eines Unternehmens, um seine Struktur taktisch so zu verändern, dass zukünftige Geschäftsziele erreicht werden.

Erwartete Ergebnisse:

  • Ein kontrollierter, nahtloser Übergang zur zukünftigen Architektur.
  • Eine Architektur, die mit Best Practices und Entwicklungsstrategien aller relevanten Methodiken dargestellt wird.
  • Eine Architektur mit einer integrierten Flexibilität, unabhängig ihrer technisch komplexen Struktur, um sich neuen Herausforderungen anzupassen.

Neue Enterprise Architektur-Modelle

Die Anforderungen der oben genannten Anwendungsfälle sowie der globale Druck nach mehr agilen Geschäftsmodelle führten zur Entwicklung des modernen Enterprise Architecture Management Tools von LeanIX – eine SaaS-Technologie, die speziell darauf zugeschnitten ist, die digitalen Strategien von Unternehmen auf automatisierte Art und Weise zu unterstützen.

LeanIX hebt die von John Zachman und TOGAF aufgestellten EA-Prinzipien hervor, indem die Definitionen aller IT-Anwendungen und Geschäftsprozesse in einem integrierten Reporting-Netzwerk verbunden werden. Es ist auf drei inzwischen unverzichtbare Merkmale der Enterprise Architektur aufgebaut:

IT Inventory Management, erzielt durch:

  • "Fact Sheets", individuelle Repositories, in denen die Informationen und Abhängigkeiten der Anwendungen gespeichert werden können.
  • Importieren und Exportieren von Massendaten aus Excel sowie Informationen, die durch Integrationen wie Technopedia verbunden sind.
  • Deskriptives "Tagging", um Anwendungsbibliotheken nach spezifischen Bedürfnissen zu kategorisieren.

Enterprise Architektur-Zusammenarbeit, erzielt durch:

  • "Abonnements", mit denen die einzelnen Parteien beauftragt werden, die Richtigkeit der Anwendungen, Projekte und Anbieter zu gewährleisten.
  • In Datenobjekte eingebettete Nachrichtendienste und Gesprächsverläufe.
  • Individuelle Surveys zur Unterstützung der Verteilung der Datenerfassung.

Reporting, erzielt durch:

  • Interaktive Heat Maps, Matrizen und Metriken, die an viele verschiedene Ansichten angepasst werden können.
  • Benutzerdefinierte Darstellungen zur Veranschaulichung von Abhängigkeiten und Datenflüssen.
  • PNG- und PDF-Export-Optionen sowie eine Confluence-Integration zur Unterstützung von Präsentationen.

Enterprise Architektur – Zertifikate und Schulungen

Die Zugänglichkeit modernem Enterprise Architecture Managements und seiner grundlegenden Anwendungsfälle in Unternehmen hat zur Entstehung vieler dezidierter Schulungszentren geführt – einige davon schlossen sich zusammen, um EA-Kenntnisse in Kernthemen wie Cloud Transformation, Datenschutz und Risk Management zu verbessern:

  • AWS Certified Solution Architect
  • EC Council Certified Network Defense Architect (CNDA)CISSP Information Systems Security Architecture Professional (CISSP-ISSAP)
  • The Open Group Certified Architect (Open CA)
  • Dell EMC Proven Professional Cloud architect training and certification
  • Axelos ITIL Master Certification
  • Google Professional Cloud Architect
  • Red Hat Certified Architect
  • Salesforce Certified Technical Architect
  • Professional Cloud Solutions Architect Certification
  • The Open Group TOGAF 9 Certification
  • The Virtualization Council Master Infrastructure Architect Certification

Zusätzliche Quellen zu Enterprise Architektur

Für weitere Informationen zum Enterprise Architecture Management können Sie unser kostenloses Handbuch "In-Depth Guide to Succeeding with Enterprise Architecture" lesen.